KOLONKARZINOM
Jährlich erkranken ungefähr 50.000 Menschen in Deutschland an einem Kolonkarzinom, dabei sind Männer und Frauen in etwa gleichermaßen betroffen. Das Risiko, an einem Kolonkarzinom zu erkranken, steigt ab dem 50. Lebensjahr stetig an. Außerdem besteht ein erhöhtes Risiko, an einem Kolonkarzinom zu erkranken, bei Bewegungsmangel, Alkohol- und Nikotinkonsum und/oder wenn chronische, langjährige Darmerkrankungen vorliegen. Wer nach einer operativen
Entfernung des Kolonkarzinom, einer Chemotherapie oder einer Bestrahlungstherapie noch
Zeit für die Wundheilung und die Regeneration i. S. e. sog.
„Anschlussheilbehandlung“ (= AHB) benötigt, ist in der Sonnenberg-Klinik in
Bad Sooden-Allendorf in besten Händen. Aber auch wenn das Kolonkarzinom
selbst oder die nachfolgende Therapie bleibende Schäden hinterlassen haben –
was je nach Lage des Krebs nicht immer vermeidbar ist -, sind wir in der Lage,
eine sog. „Rehabilitationsmaßnahme“ durchzuführen: Sie werden von
erfahrenen Therapeuten so geschult, dass durch den Schaden verloren gegangene Fähigkeiten
weitestgehend wiederhergestellt werden können. Wo das nicht möglich ist, kümmern
wir uns um Hilfsmittelversorgung und ggf. auch häusliche, pflegerische
Assistenz. Für Patienten mit einem sog. Stoma, einem künstlichen Darmausgang,
ist das besonders wichtig, denn sie müssen einerseits lernen, die notwendigen
Hilfsmittel selbständig zu handhaben und das Stoma zu pflegen und sich evtl.
mit der Irrigation vertraut zu machen. Andererseits müssen sie psychisch mit
diesem harschen, aber meist lebensrettenden Eingriff in die Natur fertig werden
und die sozialen und beruflichen Probleme meistern. Gerade bei bestehender
Partnerschaft muss auch der Lebensgefährte oder die Lebensgefährtin in
gemeinsamen Gesprächen in die Handhabung dieser Probleme einbezogen werden. Operation oder Bestrahlung
waren bei dieser Form von Kolonkarzinom nicht angezeigt, daher wurden Sie mit
einer Chemotherapie behandelt? Oder diese muss gar erst eingeleitet werden? Auch
diese Aufgabe gehört zu unseren täglichen Herausforderungen: Chemo-, Hormon-
und immunologische oder biologische Behandlungen werden bei uns durchgeführt. Aber auf die organische Behandlung sind wir keineswegs begrenzt: Wer an einem Kolonkarzinom erkrankt ist, sich deshalb womöglich sogar einer verstümmelnden Operation unterziehen musste, der ist natürlich psychisch sehr in Mitleidenschaft gezogen, auch wenn es nicht – wie oben dargestellt – zur Anlage eines künstlichen Darmausgangs gekommen ist. Unsere Patientinnen und
Patienten wieder in ein seelisches Gleichgewicht zurückzuführen, mit dem sie
gut leben können, gehört zu unseren Kernkompetenzen. Eine psychologische
Betreuung gehört daher selbstverständlich zu unseren Leistungen. Mit dem Abschluss der unmittelbaren Kolonkarzinom -Therapie ist es noch nicht getan: Es müssen Verlaufskontrollen stattfinden und eine Nachsorge: Hat sich irgendwo eine Metastase versteckt? Treten erneut unklare Symptome auf, die auf eine neuerliche Kolonkarzinom -Erkrankung hinweisen? Gibt es als Operationsfolge Ernährungsprobleme durch eine reduzierte Verdauungsfähigkeit? Bleibt anhaltender Durchfall? Die Probleme können vielfältig
sein. Unsere Türen stehen Ihnen daher noch Jahre nach der Behandlung offen. Auf
uns können Sie sich mit Ihren Sorgen uneingeschränkt verlassen.
Gibt
es Situationen, die einer Behandlung bei uns entgegenstehen? Ja, die gibt es:
Notwendigkeit akuter chirurgischer Intervention, z. B. bei typischen Symptomen
einer Kolonkarzinom -bedingten Enge im Verdauungstrakt. Hier besteht das lebensgefährliche
Risiko einer Darmlähmung. Eine laufende Strahlentherapie oder andere,
nicht-tumoröse Erkrankungen, deren Behandlung im Vordergrund steht. Was
möchten wir bei Tumor - Patienten erreichen: Ø Förderung der allgemeinen Leistungsfähigkeit und körperliche und seelische Stabilisierung Ø Abbau von Störungen der natürlichen Verdauung und ggf. Schulung von Ersatzfunktionen bei nicht rückbildungsfähigen Störungen Ø Erlernen des Umgangs mit Hilfsmitteln, selbständige Versorgung des künstlichen Darmausgangs, Erlernen der Darmspülung Ø Förderung der Krankheitsbewältigung, emotionale Entlastung und Stabilisierung, Verbesserung von Selbstwahrnehmung, Lernen mit sich und der eigenen Situation leben zu können Ø Hilfestellung bei Neuorientierung und Förderung der Lebensqualität (Behandlung von Stuhlinkontinenz, Umgang mit sexuellen Funktionsstörungen und Vermittlung von Therapiemöglichkeiten) Ø Informationsvermittlung und medizinische Beratung (onkologisch, biologisch und naturheilkundlich), Planung der weiteren Behandlung Ø Beratung und Therapie bei Krebs- und/oder therapiebedingten Ernährungsstörungen Ø Positive Beeinflussung des Ernährungsverhaltens im Sinne der Gesundheitsförderung Ø Vorbereitung der beruflichen Wiedereingliederung und ggf. Einleitung berufsfördernder Maßnahmen, Sozialberatung
Ø
Wiedereingliederung in den beruflichen und privaten Alltag
Wir
gehen mit einer ausführlichen Diagnostik auf Ihre Probleme ein: Ø Krankengeschichte und eingehende körperliche Untersuchung unter Berücksichtigung bereits vorhandener Befunde Ø Statuserhebung Ø Analyse des Ernährungszustands ggf. mit Ernährungsprotokoll, Erfassung möglicher Ernährungsstörungen, Gewichtsverlaufskontrolle, bioelektrische Impedanzmessung (BIA) Ø Labordiagnostik Ø Falls für Behandlung oder Rehabilitation erforderlich Sonografie, Endoskopie des oberen und unteren Gastrointestinaltraktes Ø Ergänzend bei Bedarf EKG, Belastungs-EKG, Langzeit-EKG, Echokardiografie, Lungenfunktionsdiagnostik, gynäkologische Untersuchung Ø Bei speziellen Rehabilitationsfragen: psychologische und neuropsychologische Diagnostik Ø Im Klinikverbund CT, NMR, Nuklearmedizin, externe Konsiliaruntersuchungen
Therapieprogramm: Das Therapieprogramm ist bei Patienten mit Kolonkarzinom sehr heterogen und richtet sich nach den funktionellen Störungen in Abhängigkeit vom Ausmaß der vorangegangenen Therapie. Der Behandlungsplan wird nach den Ergebnissen der Aufnahme- und Verlaufsuntersuchungen mit den Patientinnen und Patienten abgestimmt. Dabei hat die enge Zusammenarbeit und Koordination im therapeutischen Team eine besondere Bedeutung. Ø Ärztliche Beratung und Erstellung, ggf. Überprüfung und Anpassung des Behandlungsplanes Ø Individuelle medizinische Therapie in Abstimmung mit Vor- und Nachbehandlern, Kliniken, Haus- und Fachärzten Ø Bei Bedarf Fortführung oder Einleitung der internistischen Krebs -Therapie (Chemotherapie, Immuntherapie) einschließlich der Behandlung therapie- und krankheitsspezifischer Komplikationen, alle Formen der unterstützenden Palliativtherapie wie spezielle Schmerztherapie, spezielle Ernährungstherapien (enterale und parenterale Ernährung), Gabe von Blutprodukten. Ø Informationsvermittlung im persönlichen Gespräch, Informations- und Gesundheitsprogramm in Vorträgen sowie Kursen über Fragen zur Krebs -Behandlung, begleitende naturheilkundliche Behandlungsverfahren, Ernährung, Sozialfragen, begleitende psychotherapeutische Behandlung Ø Gezielte Ernährungsberatung durch Diätassistentinnen und Ökotrophologin, ggf. individuelle Ernährungstherapie und Substitutionstherapie (bei Bedarf Pankreasenzyme, Vitamine, Mineralstoffe, Insulin), ernährungsmedizinische Verlaufskontrollen Ø Schmerztherapie (medikamentöse Therapie, TENS, Akupunktur, Physiotherapie, Entspannungsverfahren und psychologische Therapie) Ø Stomaberatung und ggf. Therapie, Erlernen der Irrigation durch Stomatherapeuten Ø Krankheits- und belastungsspezifische Krankengymnastik in der Gruppe, ggf. Einzel-KG und Beckenbodengymnastik Ø Ergotherapie Ø Allgemeines Ausdauertraining, Ergometertraining, Sportgerätetraining Ø Gruppengymnastik zur Förderung der allgemeinen Beweglichkeit, Körperkontrolle, Körperwahrnehmung und Haltungsschulung Ø Entspannungstraining (Muskelrelaxation nach Jacobson, Meditationen) Ø Psychotherapeutische Einzel- und Gruppengespräche Ø Hirnleistungstraining Ø Partner- und Angehörigengespräche Ø Kreative Therapieformen: Kunst- und Gestaltungstherapie, Musiktherapie, Tanztherapie Ø Sozialberatung und Beratung zur beruflichen Reintegration
Ø
Klinikseelsorge
Verlaufskontrollen
und Dokumentation für den Hausarzt: Ø Physiotherapiespezifische Befundverläufe mit Ausgangs-, Verlaufs- und Abschlussuntersuchung, Dokumentation und Empfehlungen zur häuslichen Weiterbehandlung Ø Ergotherapeutische Verlaufsdokumentation Ø Verlaufskontrolle des Ernährungszustandes durch Ernährungsprotokolle, Gewichtsverlaufskontrollen und bioelektrische Impedanzmessung, Verlaufskontrolle Maldigestion und Malassimilation z. B. Steatorrhoe Ø Dokumentation der Stomaversorgung mit weiteren Empfehlungen durch Stomatherapeut Ø Messung und Dokumentation der Leistungsfähigkeit bei Ergometertraining (Watt) Ø Messung des muskulären Kraftzuwachses im Verlauf des Sportgerätetrainings Ø Dokumentation bei physiotherapeutischen Gruppen bei besonderen Anlässen Ø Ärztliche Verlaufskontrollen Ø Psychologische Verlaufsdokumentation mit Basisdokumentation, Verlaufs- und Abschlussdokumentation Ø Neuropsychologische Diagnostik im Verlauf
Bei
Entlassung: Ø Empfehlungen zur ambulanten Weiterbehandlung, Diagnostik und Substitutionstherapie in der Nachsorge Ø Sozialmedizinische Beurteilung Ø Empfehlungen zur weiteren Ernährung inklusive Substitutionstherapie Ø Empfehlungen zur weiteren Stomaversorgung und Behandlung von Stomakomplikationen Ø Anregung von ambulanten Rehabilitationsmaßnahmen z. B. Diätberatung, Krankengymnastik, Reha-Sportgruppen, ambulante Psychotherapie Ø Empfehlungen zur beruflichen Reintegration, berufsfördernde Maßnahmen und ggf. Umschulung Ø Hinweis auf Selbsthilfegruppen und Krebsberatungsstellen Mit
den besten Wünschen für Ihre Gesundheit
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
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